Die Wüste lebt

Bericht des Bayrischen Rundfunks 1
anläßlich der Ausstellung im Schloss Seefeld 1997 (Völkerkundemuseum München)

........dort ist zur Zeit ein Dorado für Freunde außergewöhnlicher Teppichkunst. Harrannia nämlich hat schon in den 50er Jahren ein Experiment begonnen. Die Kinder in diesem Dorf wurden angeregt, Bildteppiche zu weben, und zwar genau nach ihren kindlichen Vorstellungen.

Ein herrlich bunter Paradiesbaum, in dessen Zweigen Vögel sitzen, am Boden spielende Kinder, ein paar Ziegen und Schafe. Eine friedliche Unterwasserwelt mit großen und kleinen Fischen, Seesternen und Pflanzen. Eine unter Palmen Schafe hütende Familie, im Vordergrund der Nil mit Pflanzen und Wasservögeln im Hintergrund ein Dorf. Die Namen der Kunstwerke sind schlicht "Blühende Akazie", Die Ziege", Das Aquarium", Kamele in der Wüste", "Mimosen im Sonnenuntergang". Vögel, Kamele, Pferde, Männer, Frauen, Bäume. Dargestellt werden diese Alltagsmotive in einer lebendigen Harmonie. Naive Malerei auf Teppichen in einer speziellen Webtechnik. Für die oft monatelange Arbeit an einem Teppich bekommen die Künstler alle zwei Wochen einen Vorschuß ausgezahlt, damit ein geregeltes Einkommen gesichert ist. Zu sehen sind nicht nur die Teppiche , sondern auch Fotos der Künstler bei ihrer Arbeit und im täglichen Leben. An einem kleinen Webstuhl können die Besucher die Webtechnik ausprobieren und auch die Ausgangsstoffe der Pflanzenfarben wie Henna , Indigo, Apfelbaumrinde, Sandelholz oder die Krappwurzel besichtigen. Für Ägyptenkenner ist Harrania seit langem ein Begriff. Für Soziologen, Pädagogen und Kunsthistoriker ein Beispiel für die Förderung kindlicher Kreatrivität. Denn das erklärte Ziel des verstorbenen Initiators Professor Wissa Wassef war es Kunsthandwerk, Erziehung und soziales Leben mit einem geregeltenm Verdienst zu verbinden. Mittlerweile arbeitet in Harrania bereits die zweite Generation und unstreitbar hat sich da ein eigener und einzigartiger Stil entwickelt und manche Wirker sind große Meister ihres Handwerkes geworden. Eine Paradieslandschaft auf 4*2 m, die schon Jahre vor Beendigung im Kopf des Künstlers bestanden haben muß und nun in eienr eindringlichen Kombination von Ruhe und Dynamik, Farben und Formen vorliegt, ist bei uns bestenfalls aus der Malerei bekannt. Als Teppich gewinnt sie eienen eigenen mehr sinnlicheren Ausdruck

Bildteppiche aus Harrania Presse SITE-MAP PRESSE SUCHEN SPECIALS KONT@KT OrientLights Egyptian, Islamic and Bedouin Art